Die japanische Glückskatze als Doom Cat

Japanische Winkekatze als Doom Cat von STASDer österreichische Künstler STAS gibt der klassischen, glücksbringenden Maneki Neko eine neue Interpretation: Die “Doom Cat”, also (Winke)Katze des Schreckens, ganz in schwarz mit weißen Linien und dem Koban in Rot bringt kein Glück. Stattdessen wird ihre ursprüngliche Bedeutung als Glücksbringer umgekehrt: Der eigentlich Glück und Wohlstand herbeiwinkende Arm schwingt nun bedrohlich über einem roten Buzzer, der den alles vernichtenden, nuklearen Krieg auslöst.

The Doom Cat is a play on the Maneki Neko (Lucky Cat) which is in Asian cultures a symbol for luck and wealth. […] Instead of hailing luck and fortune my Doom Cat is hovering it’s arm over a big red button which, you guessed it right, stands for destruction and the fear of the end of the world by nuclear missiles. – STAS

Japanische Winkekatze als Doom Cat von STASSTAS stellt ein Doom Cat-Video seines Objet trouvé, also eines in der Definition des Wortes aus Alltagsgegenständen oder Abfällen entstandenen Kunstwerkes, bei Vimeo zur Ansicht bereit. Und in unglaublich passend symbiotischer Vereinigung der plastischen und musikalischen Kunst ist der kurze 36-Sekünder mit dem Titel Galvanize des Chemical Brothers Albums “Push the Button” unterlegt. Nomen est omen!

Die japanische, gerne -aber falsch- auch als chinesische Winkekatze bezeichnete, Doom Cat konnte seinerzeit als etwa 20 cm hohes Kunstobjekt des Schreckens im Shop des Künstlers für 120,- € zzgl. Versand erworben werden. Die Auflage war auf zehn Stück limitiert.

Die Bedeutung der Winkekatze

Die Winkekatze ist ein, besonders im asiatischen Raum, sehr verbreiteter Glücksbringer. Sie findet ihren Ursprung in Japan und soll dem Besitzer Glück und Wohlstand bescheren.

Formen und Farben
Winkekatzen, im englischen Sprachraum Lucky Cats genannt, sind in einer Vielzahl von Formen und Farben erhältlich: Grundlage aller Skulpturen ist üblicherweise eine Bobtail Cat, also eine Katze mit – vom Aussehen her – gestutztem Schwanz. Als Materialien kommen Keramik, Porzellan, Ton und Kunststoff aber auch ausgefallenere Werkstoffe wie bspw. Granit, Metal, Pappmaché oder Jade zum Einsatz. Ein Arm der Winkekatze, zumeist der Linke, ist zum Gruß erhoben. Weiße Winkekatze, ReinheitBei manchen Modellen ist der Arm beweglich gelagert und wird per Batterie- oder Solarbetrieb über einen Spulenmechanismus in stetig winkender Bewegung gehalten.

Üblichste Bauform ist eine auf den Hinterläufen sitzende Winkekatze zum Auf- oder Hinstellen; bspw. am Eingang eines Shops, um neue Kundschaft herbeizurufen. Verbreitet und sehr passend zu ihrer Bedeutung als reich machender Glücksbringer sind Winkekatzen als Winkekatze als Antennenaufstecker für Handys Spar”schweine” (eng. Piggy Bank). Eher selten folgen dann Nischenprodukte wie Schlüsselanhänger, Aufstecker für die Handy-Antenne (gibt’s in Asien noch;), Autoaufkleber oder Origami-Falt-Winkekatzen zum Selberbasteln.
Bei den Farben sind Gold, Silber und Weiß vorherrschend. Allerdings gibt es auch ausgefallenere Modelle in poppigem Rot, mit orangefarbenem Samtbezug oder in schwarzer Farbe. Den unterschiedlichen Farben werden verschiedene Bedeutungen zugeschrieben: Während Rot und Rosa klassisch für die Liebe stehen, ist Gold die traditionelle Farbe des Geldes. Weiß steht für Reinheit und eine schwarze Glückskatze schützt den Besitzer vor Bösem.

Warum die Katze winkt
Die Winkegeste ist kein verabschiedendes Winken, sondern ein Heranwinken. Eine Bedetung die auf verschiedene Legenden zurückgeführt wird, die sich um die Entstehung der Winkekatze ranken. Einem erhobenen und winkenden linken Arm wird die Bedeutung zugeschrieben, daß er Kunden anzieht. Der erhobene rechte Arm bringt hingegen Reichtum, Wohlstand und Glück. Interessanterweise gibt es auch Theorien, die die Bedeutung des linken und rechten Armes genau andersherum interpretieren. Bei manchen Winkekatzen fällt die große Länge des erhobenen Armes auf. Hier gilt das “size does matter”-Prinzip: Je höher die zum Winken erhobene Pfote, desto größer das herbeigewunkene Glück.

Schwarze Winkekatze, Schutz vor BösemDas Halsband
In der Regel tragen die Maneki Nekos ein Band, einen Schal oder irgendeine andere Art von Dekoration um den Hals an der ein Glöckchen befestigt ist. Wahrscheinlich in Anlehnung an Katzen, aus der Zeit da die Winkekatze als Skulptur und Glücksbringer entstand, die rote Halsbänder mit Glöckchen zur Zierde trugen.

Bedeutung der Münze
Ein Großteil aller Winkekatzen trägt entweder in der nicht erhobenen Pfote oder am Halsband eine goldene Münze. Dieser sog. Koban war zu Zeiten der Edo Periode ein Zahlungsmittel mit dem Wert eines Ryō, einer frühen japanischen Währungseinheit. Während der Ryō, Währungsschwankungen außen vor gelassen, etwa dem Wert von 1000 Dollar entsprach, tragen die Winkekatzen i.d.R. einen Koban mit der Aufschrift 千万両, was zehn Millionen Ryō heißt und damit zehn Milliarden Dollar entspricht.