Winkekatze App zeigt den Stinkefinger

Werbevideo für Fingering Cat, Maneki Neko App Auch die Maneki Neko ist nicht gegen Verballhornung gefeit. Der Software-Hersteller Vanilla Breeze Co., Ltd. hat sich in eher unrühmlicher Weise der Winkekatze angenommen und eine iPhone-, iPod-, iPad-App namens “Fingering Cat, Maneki Neko” in den iTunes-Store gestellt. Dabei soll die aus Blogs und der Presse(?) bekannte “Maneki Neko, to cute to be rude” als “the one & only fingering cat app that differs from similarly named app” gelten.

An der Bekanntheit darf gezweifelt werden, kann diese App doch deutlich weniger als die im letzten Post vorgestellt Maneki Neko (Lucky Cat) App von Kisky Netmedia. Das einzig neue Feature in der hier beschriebenen “Fingering Cat”-App ist der Betrieb des winkenden Armes im sog. “Reverse Mode”. In diesem Modus dreht sich der Arm und die Maneki Neko zeigt dem Betrachter die gemeinhin als “Stinkefinger” bekannte Geste.
Klick auf das Bild rechts startet ein Werbevideo für die App. Vielleicht hilft das bei der Entscheidung keine 1,59 € für die “Fingering Cat”-Applikation auszugeben. 😉

Maneki Neko App für iPhone und iPad

Maneki Neko / Winkekatze App für iPhone und iPadDie Winkekatze als App auf dem iPhone und iPad? Der Werbetext verspricht “your own gorgeous Japanese Maneki Neko lucky cat” mit wunderschöner 3D Interaktivität. Das lässt auf stundenlange Kurzweil hoffen!

Derzeit wird die Maneki Neko (Lucky Cat) App für iPhone/iPad von Kisky Netmedia im iTunes-Store kostenlos angeboten (zuvor 0,79 €). Genau der richtige Zeitpunkt, um sich die App auf dem iPhone einmal genauer anzusehen. Der Entwickler wirbt mit allerlei Features, so bspw. “authentic lucky arm action”, der Möglichkeit die Winkekatze zu vergrößern (Pinch-Zoom) oder einem klingelnden Glöckchen, wenn das iPhone oder iPad geschüttelt werden. Let’s go!

Nach dem Start der App wird der Bildschirm von einer dreidimensional wirkenden, weißen Winkekatze ausgefüllt. Die Maneki Neko winkt kontinuierlich mit der rechten Pfote und soll damit dem App-Nutzer gemäß Formen und Farben der Winkekatze Geld und Wohlstand herbeiwinken. Dabei hat das Winken aufgrund seiner Langsamkeit einen definitiv hypnotisch, zen-artigen Charakter.

Auch der versprochene Pinch-Zoom, also das Vergrößern und Verkleinern der Lucky Cat mit zwei Fingern, funktioniert, wenngleich auch hier etwas mehr Geschwindigkeit wünschenswert wäre. Mit nur einem Finger kann die Winkekatze und ihre Achsen gedreht und somit von allen Seiten begutachtet werden. 3D Maneki Neko / Winkekatze auf dem iPhone Dabei winkt sie unaufhörlich weiter, was die Vermutung nahelegt, daß sie mit einer Eveready-Batterie betrieben wird (vgl. Werbung mit der Winkekatze).

Wird das iPhone geschüttelt, so läutet das Glöckchen am Halsband der Winkekatze. Kann die App noch mehr? Leider nicht viel. Ein kurzer Tap auf den iPhone Screen fördert ein aus drei Punkten bestehendes Menü zutage. Unter “More” kann man in den App Store wechseln, um weitere Apps des Anbieters zu erwerben. “About” gibt eine zweizeilige Erläuterung zur Maneki Neko. Und via “Share” kann die Winkekatze über Facebook, Twitter oder per E-Mail anderen Menschen näher gebracht werden. Dort findet sich auch eine Wallpaper-Option, die das obenstehende Bild der Maneki Neko zur Nutzung als Hintergrundbild in die Photo Library schreibt.

Fazit: Die Maneki Neko App leistet, was sie verspricht. Aber auch nicht mehr. Daher stellt sich unmittelbar nach dem ersten Ausprobieren die Frage, welchem höheren Zweck diese App eigentlich dient. Als Zeitvertreib in der Warteschlange scheint sie mangels kurzweiliger Funktionen nicht geeignet. Wer aber die (geringen) Kosten für eine echte Winkekatze scheut, der mag mit dieser App im Dauerbetrieb auf dem Sideboard oder im Bücherregal gut bedient sein. Insb., solange die Maneki Neko App kostenlos angeboten wird.

Winkekatze lockt Kunden zur Stadtsparkasse Düsseldorf

Maneki Neko als Werbe-Testimonial der SSK DüsseldorfDie Winkekatze erneut in der Werbung: Im Januar 2011 machte sich die Stadtsparkasse Düsseldorf die Bekanntheit der Maneki Neko zunutze und verwendete sie im Rahmen einer Düsseldorf Plakatkampagne.

Die Maneki Neko ist ein beliebtes Werbe-Testimonial. Der Batteriehersteller Eveready hat vor einigen Jahren gezeigt, wie Werbung mit der Winkekatze funktionieren kann.

Nun zeigt die Düsseldorfer Stadtsparkasse wie die -insb. im asiatischen Raum sehr bekannte- Maneki Neko als Werbe-Testimonial eingesetzt werden kann. Deren Verwendung ist vor dem Hintergrund des einzigen Japantowns in Deutschland, wie die Wikipedia die über 6000 Japaner in Düsseldorf bezeichnet, nachvollziehbar. Und angesichts der japanischen Schrift auf dem Plakat besteht kein Zweifel daran, wen sowohl Motiv als auch Text ansprechen sollen.

Vor dem Hintergrund der Bedeutung der Winkekatze und angesichts der verschiedenen Formen und Farben, in der die Maneki Nekos verfügbar sind, hat die Stadtsparkasse alles richtig gemacht: Sie wählten eine Winkekatze, die den linken Arm erhoben hat und somit Käufer oder Besucher einladen soll. Dies gepaart mit dem Schildplattmuster der seltenen Kaliko Katze, die traditionell die glückbringendste aller Maneki Nekos sein soll. Wenn das keine neuen (japanischen) Kunden anlockt, was dann?

Winkt die Winkekatze?

Auf der Suche nach dem Ursprung der Winkekatze sind Quellen zu finden, die die Entstehungsgeschichte der Lucky Cats weniger auf Legenden sondern vielmehr auf ein altes chinesisches Sprichwort zurückführen: “Wäscht sich eine Katze das Gesicht, so wird es regnen.” Putzende KatzeDer Zusammenhang zwischen Sprichwort und Winkekatze ergibt sich aus dem emporgestreckten Arm, der ein wenig an eine Katze erinnert, die sich mit den Vorderläufen den Kopf putzt.

Interessant ist, daß es sich um ein chinesisches Sprichtwort handelt, während die Winkekatze an sich in Japan entstanden sein soll. Im englischen Wikipedia-Artikel zur Maneki Neko (jap. für “winkende Katze”) finden wir passenderweise noch die Erwähnung eines japanischen Glaubens, der besagt, daß eine Katze die sich das Gesicht wäscht, einen nahenden Besucher ankündigt. Damit würde in der Tat der Kreis zur Winkekatze geschlossen, deren Arm gemäß der gängigen Interpretation Kundschaft herbeiwinken soll.

Die Bedeutung der Winkekatze

Die Winkekatze ist ein, besonders im asiatischen Raum, sehr verbreiteter Glücksbringer. Sie findet ihren Ursprung in Japan und soll dem Besitzer Glück und Wohlstand bescheren.

Formen und Farben
Winkekatzen, im englischen Sprachraum Lucky Cats genannt, sind in einer Vielzahl von Formen und Farben erhältlich: Grundlage aller Skulpturen ist üblicherweise eine Bobtail Cat, also eine Katze mit – vom Aussehen her – gestutztem Schwanz. Als Materialien kommen Keramik, Porzellan, Ton und Kunststoff aber auch ausgefallenere Werkstoffe wie bspw. Granit, Metal, Pappmaché oder Jade zum Einsatz. Ein Arm der Winkekatze, zumeist der Linke, ist zum Gruß erhoben. Weiße Winkekatze, ReinheitBei manchen Modellen ist der Arm beweglich gelagert und wird per Batterie- oder Solarbetrieb über einen Spulenmechanismus in stetig winkender Bewegung gehalten.

Üblichste Bauform ist eine auf den Hinterläufen sitzende Winkekatze zum Auf- oder Hinstellen; bspw. am Eingang eines Shops, um neue Kundschaft herbeizurufen. Verbreitet und sehr passend zu ihrer Bedeutung als reich machender Glücksbringer sind Winkekatzen als Winkekatze als Antennenaufstecker für Handys Spar”schweine” (eng. Piggy Bank). Eher selten folgen dann Nischenprodukte wie Schlüsselanhänger, Aufstecker für die Handy-Antenne (gibt’s in Asien noch;), Autoaufkleber oder Origami-Falt-Winkekatzen zum Selberbasteln.
Bei den Farben sind Gold, Silber und Weiß vorherrschend. Allerdings gibt es auch ausgefallenere Modelle in poppigem Rot, mit orangefarbenem Samtbezug oder in schwarzer Farbe. Den unterschiedlichen Farben werden verschiedene Bedeutungen zugeschrieben: Während Rot und Rosa klassisch für die Liebe stehen, ist Gold die traditionelle Farbe des Geldes. Weiß steht für Reinheit und eine schwarze Glückskatze schützt den Besitzer vor Bösem.

Warum die Katze winkt
Die Winkegeste ist kein verabschiedendes Winken, sondern ein Heranwinken. Eine Bedetung die auf verschiedene Legenden zurückgeführt wird, die sich um die Entstehung der Winkekatze ranken. Einem erhobenen und winkenden linken Arm wird die Bedeutung zugeschrieben, daß er Kunden anzieht. Der erhobene rechte Arm bringt hingegen Reichtum, Wohlstand und Glück. Interessanterweise gibt es auch Theorien, die die Bedeutung des linken und rechten Armes genau andersherum interpretieren. Bei manchen Winkekatzen fällt die große Länge des erhobenen Armes auf. Hier gilt das “size does matter”-Prinzip: Je höher die zum Winken erhobene Pfote, desto größer das herbeigewunkene Glück.

Schwarze Winkekatze, Schutz vor BösemDas Halsband
In der Regel tragen die Maneki Nekos ein Band, einen Schal oder irgendeine andere Art von Dekoration um den Hals an der ein Glöckchen befestigt ist. Wahrscheinlich in Anlehnung an Katzen, aus der Zeit da die Winkekatze als Skulptur und Glücksbringer entstand, die rote Halsbänder mit Glöckchen zur Zierde trugen.

Bedeutung der Münze
Ein Großteil aller Winkekatzen trägt entweder in der nicht erhobenen Pfote oder am Halsband eine goldene Münze. Dieser sog. Koban war zu Zeiten der Edo Periode ein Zahlungsmittel mit dem Wert eines Ryō, einer frühen japanischen Währungseinheit. Während der Ryō, Währungsschwankungen außen vor gelassen, etwa dem Wert von 1000 Dollar entsprach, tragen die Winkekatzen i.d.R. einen Koban mit der Aufschrift 千万両, was zehn Millionen Ryō heißt und damit zehn Milliarden Dollar entspricht.