Chris Marker – Künstler und Katzenfreund

18.11.2014 von LuckyCat

Wer war Chris Marker? Autor, Aktivist, Filmemacher, Fotograf, Kritiker, Medienkünstler, Poet, Publizist, Reisender.

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So wurden seine umfangreichen Tätigkeiten in Zürich zusammengefasst.Dort widmete ihm das Museum für Gestaltung eine eigene Ausstellung mit dem Titel „Abschied vom Kino‟. Stets begleitete ihn auch noch eine besondere Eigenschaft: Er war großer Tierliebhaber.

Die Regisseurin und Schauspielerin Catherine Cadou sagt über ihn, dass er die Maneki Neko liebte, diese liebenswürdigen Katzen, die Passanten dazu einladen, einen unbekannten Ort zu betreten. Sie ist sich sogar sicher, dass er nach seinem Tod in einer Maneki Neko wiedergeboren wurde, um über uns alle zu wachen.

Im Jahre 1921 wurde Christian-Francois Bouche-Vielleneuve (kurz: Chris Marker) in Frankreich geboren, studierte später Philosophie bei keinem Geringeren als Jean-Paul Sartre und engagierte sich während des Zweiten Weltkriegs bei der Résistance. Anschließend betätigte er sich bis zu seinem Tode 2012 vor allem als Schriftsteller, Fotograf und Dokumentarfilmer. Sein Kurzfilm “La jetée – Am Rande des Rollfelds” von 1962 diente dreißig Jahre später als Vorlage für den Science-Fiction-Kracher “Twelve Monkeys”, welcher Bruce Willis einen Karrieresprung und Brad Pitt eine Oscar-Nominierung einbrachte.

Der Winkekatze widmete er sich vor allem in dem hoch gelobten Essayfilm “Sans Soleil – Unsichtbare Sonne” von 1983, der eine Art Meditation über die Natur menschlicher Erinnerung darstellt und aus einer wilden Vermischung von Gedanken und Bildern einer Reise des Protagonisten besteht. Eine charakteristische Szene ist die Beschreibung des Gotoku-Ji Tempel in Tokyo, der sich in einem abgelegenen, grünen Stadtteil befindet und hunderte kleine Maneki Neko als hinterlassene Opfergaben enthält. “In einer Kaskade von Bildern, auf einem Trip durch das moderne Japan, aber auch mit Exkursionen nach Guinea-Bissau oder Island, San Francisco oder Paris, misst dieser Film das Terrain des menschlichen Gehirns aus.”, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Dieser “kreative Wahnsinn” sei sogar ein Wendepunkt des modernen Kinos. Einen prominenteren Platz in der Geschichte kann man sich als Winkekatze kaum wünschen.

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